“Jeck“ vor Afrika

Im Zusammenhang mit dem Karnevall denkt man hierzulande zunächst an Mainz und Köln. Doch auch in fernen Ländern wird Karnvefall gefeiert. Wer richtig viel Spaß an Karneval hat, es aber irgendwie leid ist, immer mit dicker Unterwäsche durch die Lokale der Innenstädte zu tanzen oder sich mit wenig-auf-der-Haut auf der Straße den „Pieps“ zu holen, der sollte mal ein paar Minuten darüber nachdenken, den Karneval ein paar Tausend Kilometer südlich zu verbringen. Die Rede ist nicht von Rio de Janeiro, so weit muss man nicht fliegen. Es gibt einen Inselarchipel im Atlantik, der zwischen 120 und 210 Kilometer westlich vor der Küste Südmarokkos liegt und dort wird etwa 4 Wochen lang Karneval gefeiert, fast nur auf der Straße und mit einer Leidenschaft, die sofort ansteckend wirkt. Man feiert deshalb so lange, weil jeder Ort auf jeder Insel seinen eigenen Umzug, seine eigene Fiesta hat, immer an einem anderen Datum.

Und damit jeder auf so viele Fiestas wie möglich gehen kann, finden kaum Parallel-Events statt. So „jeck“ muss man erst mal sein. Die Jecken von denen hier die Rede ist, sind von spanischer Nationalität, dennoch sind sie rhythmisch und musikalisch völlig anders gepolt als das Mutterland rund um Madrid und Barcelona. Die Heimat dieser Narren sind die Kanarischen Inseln und die Musik, der hier mit Leidenschaft gelauscht und nach der vorwiegend getanzt wird, ist nicht der Flamenco, sondern Salsa. So unterschiedlich diese sieben Inseln auch sind, im Karneval sind sie alle gleich verrückt. Da ist es im Grunde egal, wohin man sich wendet. Da sucht man via Internet einfach nach der schönsten oder der günstigsten Ferienwohnung und lässt sich von dort aus in das turbulente Treiben bei angenehmen Temperaturen ein. Da gibt man einfach mal „Ferienhaus Gran Canaria" ein und sucht sich vielleicht ein etwas ruhigeres Zuhause in den Bergen, damit man nach durchtanzter Nacht in Maspalomas wieder einigermaßen zu Kräften kommt, für die nächste Fiesta. Wer lieber unter "Lanzarote Ferienhäuser" schauen möchte, weil er hier auch im Sommer immer residiert, der wird auch dort wieder ein passend – „jeckes“ Objekt finden. Und aufgepasst – am „Aschermittwoch“ ist hier nicht unbedingt alles vorbei, die Jecken hier nehmen das nämlich nicht so genau...